Tipps und Wissenswertes zur Hundephysiotherapie & Hundedarmgesundheit

Was erwartet Sie beim 1. Termin?

Beim ersten Termin führe ich ein ausfühliches Gespräch mit Ihnen, stelle Ihnen Fragen zu Vorgeschichte, Krankheiten, Operationen, Medikamenten. Bitte halten Sie alle Unterlagen wie Röntgenbilder, Blut- oder Kotanalysen bereit. Ich hefte sie nicht nur ab, ich kann sie wirklich lesen, verstehen und erklären. :-)

Ich stelle Ihnen Fragen zum Alltagsverhalten Ihres Vierbeiners. Wie viel bewegt er sich? Wie viel schläft er? Wie läuft er Treppen? Spielt er? Sollten Sie bei einigen Bewegungen Ihres Hundes im Alltag Auffälligkeiten festgestellt haben, nehmen Sie bitte gerne Videos davon auf. Wir schauen uns diese Videos an. Alle diese Informationen helfen mir eine Hypothese aufzustellen und die Behandlung auf die Bedürfnisse Ihres Vierbeines und Ihre Möglichkeiten anzupassen.

Im Anschluss folgt eine gründliche Untersuchung. Ich beobachte das Gangbild, taste Muskulatur und Gelenke ab, überprüfe ihre Beweglichkeit. Sollten Bewegungseinschränkungen vorliegen, suche ich nach den Ursachen. Liegt das Problem im Gelenk selbst? Sind knöcherne oder bandhafte Verbindungen das Problem? Ist die Bewegungseinschränkung muskulärer Natur? Oder liegt hier eine Mobilitätseinschränkung eines peripheren Nervs vor?

Heller Hund legt entspannt den Kopf auf einer Decke während Hundephysiotherapie ab

Je nach Befund kann ich beim Ersttermin bereits erste sanfte Maßnahmen ergreifen, z.B. Massage, Lösen von Blockaden oder kleine Mobilisationen.

Der erste Termin dauert deutlich länger als eine Folgesitzung. Hier wird ein individueller Therapieplan erstellt, der die Basis für alle weiteren Schritte darstellt – deshalb ist die Befundaufnahme so wichtig und nicht einfach „ein Gespräch nebenbei“.

Oft gestellte Fragen:

Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir über das Kontaktformular auf. Ich habe da ein paar Ideen, wie Ihre Fellnase mich stressfrei kennenlernen könnte.

Eindeutig ja! Nicht jeder Hund lässt sich anfassen, zumindest nicht gleich am Anfang. Das ist unser Alltag. Es gibt trotzdem genügend Möglichkeiten, die Befundung und die Behandlungen durchzuführen.  

Nein, das ist nicht nötig. Ihre Fellnase sollte allerdings mind. 2 Stunden vor dem Termin nicht gefüttert werden.

eine Hand berührt sehr sanft eine Hundepfote während der Hundephysiotherapie

Nein! Im Gegensatz zu den Humanphysiotherapeuten dürfen Tierphysiotherapeuten in Deutschland im Erstkontakt arbeiten.

In meinen Behandlungen wird die Schmerzgrenze des Patienten zu keinem Zeitpunkt überschritten.

Ja, die besten Ergebnisse erzielt man, wenn regelmäßig trainiert wird. Bei einigen Krankheitbildern bedeutet regelmäßig jeden oder jeden 2. Tag. Besonders bei neurologischen Patienten müssen mehrmals am Tag kurze Therapie-Einheiten durchgeführt werden. Ich als Therapeutin kann in dieser Frequenz keine Behandlungen leisten. Das wäre außerdem unbezahlbar. Aus diesem Grund wird von mir für jeden Patienten ein individueller Trainings- bzw. Behandlungsplan erstellt. 

Was passiert beim Folgetermin?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Wann der Folgetermin stattfinden sollte, wie viele Folgetermine und in welchem zeitlichen Abstand zueinander benötigt werden, hängt vom jeweiligen Krankheitsbild, der Compliance des Patienten (und nicht selten auch der des Hundehalters) und dem erwünschten Therapieziel ab.  

Ein Hund in Seitlage, mit geschlossenen Augen liegt auf einem Teppich während Hundephysiotherapie

Wann zum Hundephysiotherapeuten?

Viele Hundehalter spüren instinktiv, wenn mit ihrem Vierbeiner etwas nicht stimmt. Vielleicht läuft er anders als früher, wirkt vorsichtiger, stolpert manchmal, sortiert sich lange vor dem Treppensteigen, wedelt weniger mit der Rute.

Oft hört man dann Sätze wie: „Ach, der wird halt älter“ oder „Das bildest du dir ein“. Doch die Wahrheit ist: Sie kennen Ihren Hund am besten. Ihr Gefühl trügt Sie nicht.

Dieser Moment, wo es noch ein Bauchgefühl ist, ist der richtige, um einen Hundephysiotherapeuten aufzusuchen, bevor dieses ursprüngliche Problem einen Rattenschwanz an Folgeproblemen nach sich zieht.

Pfotenschleifen - ein oft übersehenes Warnsignal

Auf dem Asphalt hört man Pfotenschleifen gut, im Sand oder im Schnee sieht man das auch gut.

Manche Hundehalter denken zunächst, Pfotenschleifen sei harmlos. Doch es ist ein Schmerzanzeichen – es zeigt, dass die Bewegungsabläufe nicht mehr rund laufen.

Abgeschliffene Krallen und wunde Pfotenballen - genauer hinschauen lohnt sich

Oft ist das Problem an nur einer Seite.

Das ist dann ein stiller Hinweis auf eine ungleichmäßige Bewegung und einseitige Belastung.

Wenn jeder Schritt weh tut – Hilfe für Hunde mit Zehengelenksarthrosen

Arthrose ist schmerzhaft und leider unheilbar.

Und doch sehe ich sie immer wieder – die tapferen Hunde, die trotz schmerzender Pfoten ihren Spaziergang genießen wollen, und die liebevollen Halter, die versuchen, jeden Schritt so angenehm wie möglich zu machen.
Gerade in der kalten Jahreszeit blutet mir jedes Mal das Herz, wenn ich sehe, wie schwer es vielen fällt, sich zu bewegen – und wie sie dennoch weitermachen, weil sie einfach dazugehören möchten.

So sehr man seinem Hund Ruhe gönnen möchte: Bewegung ist das Beste, was man einem arthrosegeplagten Gelenk schenken kann.
Sanfte, angepasste Aktivität hält die Gelenke geschmeidig, fördert die Durchblutung und hilft, Schmerzen zu lindern.
Wichtig ist nur, dass diese Bewegung kontrolliert, mit Bedacht und nicht über die Schmerzgrenze hinaus erfolgt – genau dabei kann Physiotherapie und Naturheilkunde wertvolle Unterstützung leisten.

Viele Hundehalter kennen das Gefühl: Man möchte seinem treuen Freund helfen, die schmerzenden, arthrosegeplagten Zehengelenke zu wärmen und sanft zu mobilisieren – doch der Hund zieht seine Pfoten zurück, zeigt deutlich, dass er vorsichtig behandelt werden möchte.

übergewichtiger dunkler Hund im Freien, geöffneter Maul, durchhängender Rücken

Und trotzdem gibt es Wege, Vertrauen zu schaffen. Mit behutsamen, liebevollen Griffen, klarer Kommunikation und respektvollem Vorgehen können wir dem Hund „zeigen“, dass seine Schmerzgrenze geachtet wird und er jederzeit „Stopp“ sagen darf.

Und dann passiert etwas Wundervolles: Der Hund lässt seine Pfoten dankbar in den wärmenden Händen des Therapeuten liegen, genießt die sanfte Pfotenmassage und die Entspannung der umliegenden Muskulatur. Er spürt, dass Berührung nicht weh tut – sondern tut gut. Und schon bald freut er sich wieder auf jeden Spaziergang, selbst wenn es draußen kalt und nass ist.

änstlicher untergewichtiger Hund an der Leine, steht auf Asphalt

Ängstlicher Hund? Na und...

Viele Hundehalter kennen das. Manchmal ist das nur eine kurze Lebensphase, manche Hunde sind allerdings andauernd angespannt und schreckhaft. Angst zeigt sich nicht nur im Verhalten, sondern auch im Körper. 

Beim permanenten Angstzustand oder bei Schreckhaftigkeit schützen unsere Hunde reflektorisch die Bauchregion. Dieser Reflex ist nicht nur bei unseren Hunden, sondern auch bei uns evolutionär in den Genen verankert. Wenn was lebensbedroliches auf uns zukommt, ducken wir uns und beugen die Hüfte, um so die überlebenswichtige Organe im Bauchraum zu schützen.

Der Muskel, der das Hüftgelenk reflektorisch beugt, ist der Lenden-Darmbein-Muskel oder M. iliopsoas. Steht er über eine längere Zeit in Anspannung, was bei ängstlichen und misstrauischen Hunden gar nicht so selten der Fall ist, kommt der Muskel nicht zur Entspannung und gelangt in einen dauerkontrahierten Zustand. In diesem Zustand ist der Muskel verkürzt, so dass der Hund, auch wenn er mal nicht mehr angespannt sein sollte, die Hüfte nicht mehr in volle Streckung führen kann.

Die Folge davon ist früher oder später eine Atrophie der Muskulatur, die die Hüfte strecken sollte und muskuläre Schwächen in den Hinterbeinen. Ein verspannter M. iliopsoas hat früher oder später Auswirkungen auf den wichtigsten Atemmuskel, das Zwerchfell.

Und wenn das Zwerchfell verspannt ist, wird nicht nur die Atmung flacher und angstrengender, so dass die Blutversorgung aller Muskel und Organe schlechter wird (was sich bei ängstlichen Hunden z.B. oft in einem kranken Magen oder Darm aüßert), auch die Beweglichkeit aller inneren Organe wird dadurch vermindert, um hier nur ein paar Auswirkungen der Angst und Schreckhaftigkeit auf den Körper des Hundes zu nennen.

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